{"id":13479,"date":"2025-12-18T16:45:20","date_gmt":"2025-12-18T15:45:20","guid":{"rendered":"https:\/\/exground.com\/?p=13479"},"modified":"2025-12-18T16:45:21","modified_gmt":"2025-12-18T15:45:21","slug":"stellungnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/exground.com\/stellungnahme\/","title":{"rendered":"Stellungnahme"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Stellungnahme zum Artikel \u201eAusgaben f\u00fcr Kultur im Vergleich\u201c sowie dem dazugeh\u00f6rigen Kommentar vom 17.12.2025 im Wiesbadener Kurier<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wiesbaden, 18.12.2025<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte Frau Lamparth,<\/p>\n\n\n\n<p>nach der R\u00fcckkehr von meiner privat finanzierten Kunst- und Kulturreise aus Paris war ich doch sehr \u00fcberrascht, exground filmfest und meinen Namen am 17.12.2025 im Wiesbadener Kurier in einem Artikel und Kommentar von Ihnen zu lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine spontane Reaktion war: \u201eschlechte Presse = Presse \u2013 also \u00fcberhaupt erst einmal gut, erw\u00e4hnt zu werden\u201c. Allerdings kehrte sich diese spontane Reaktion leider sehr schnell in ihr Gegenteil um.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst m\u00f6chte ich auf Ihren Kommentar eingehen, in dem Sie leider mit unzutreffenden Fakten argumentieren:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Das Budget von exground filmfest im Jahr 2025 belief sich auf 451.663,00 EUR. Wie Sie angesichts dieser Summe dazu kommen, in Ihrem Kommentar zu schreiben, dass der Zuschuss der Landeshauptstadt Wiesbaden von 170.000,00 EUR den Hauptteil des Festivalbudgets getragen hat, erschlie\u00dft sich mir nicht.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Was verstehen Sie unter Vollversorgung? Eine Entlohnung der Besch\u00e4ftigten in der freien Kulturszene mit einem ad\u00e4quaten Gehalt? Das w\u00e4re sch\u00f6n. Die Realit\u00e4t ist eine andere! Da Sie in Ihrem Kommentar in diesem Zusammenhang ausdr\u00fccklich unser Festival nennen, eine kurze Erl\u00e4uterung: die vierk\u00f6pfige Organisationsleitung von exground filmfest erh\u00e4lt jeweils eine j\u00e4hrliche Aufwandsentsch\u00e4digung in H\u00f6he der \u00dcbungsleiterpauschale; unsere zwei Angestellten im B\u00fcro haben jeweils eine halbe Stelle und erhalten eine monatliche Bruttoverg\u00fctung in H\u00f6he von 2.100 EUR. Unsere Honorarkr\u00e4fte in den Bereichen Grafik, Kopiendisposition, G\u00e4stebetreuung, Pressekoordination und Kuration werden im Rahmen unserer M\u00f6glichkeiten nach Rechnungsstellung bezahlt. Weitere Helfende arbeiten auf Ehrenamtspauschale oder als Mini- und Midijobbende. Und, wohlgemerkt: Mit diesen Arbeitsbedingungen steht unser Festival in der freien Kulturszene noch relativ \u201egut\u201c da! Vor diesem Hintergrund ist Ihr Vorwurf einer Vollversorgungsmentalit\u00e4t ein Schlag ins Gesicht ALLER, die in der freien Kulturszene t\u00e4tig sind.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Zudem w\u00fcrde mich sehr interessieren, wie Sie dazu kommen, der freien Kulturszene eine Notstandsbehauptung zu unterstellen. Dazu noch einmal zur\u00fcck zur Arithmetik: 3.000 EUR mehr f\u00fcr das Projekt exground filmfest im Jahr 2026 w\u00e4ren ein Plus von 1,8 % gegen\u00fcber dem st\u00e4dtischen Zuschuss im Jahr 2025. Das reicht noch nicht einmal aus, die Teuerungsrate auszugleichen!<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In diesem Zusammenhang zitiere ich aus meiner Er\u00f6ffnungsrede vom 14.11.2025 anl\u00e4sslich der Er\u00f6ffnung von exground filmfest 38. \u201eN\u00e4chste Woche entscheidet die Stadtverordnetenversammlung \u00fcber den Haushalt f\u00fcr 2026.\u00a0 Bei den institutionellen Zusch\u00fcssen sollen 235.000 EUR zugesetzt werden \u2013 leider nur ein Drittel der Summe, die die Jury empfohlen hatte \u2013, verteilt auf viele Institutionen. Bei uns w\u00e4ren das dann etwas \u00fcber 3.000 EUR mehr im n\u00e4chsten Jahr. Im Jahr 2025 wurden 80 % der Juryempfehlungen aus dem Jahr 2024 zugesetzt. 2024 gar nichts.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Zur Erkl\u00e4rung f\u00fcr einige hier im Saal: Wir haben in der Landeshauptstadt Wiesbaden seit einigen Jahren einen Kulturentwicklungsplan, und eine Jury spricht Empfehlungen f\u00fcr die Zusch\u00fcsse der Institutionen aus der freien Szene aus. Die Stadtverordnetenversammlung hat den Kulturentwicklungsplan zwar beschlossen, aber umgesetzt wird davon leider viel zu wenig. Und Kultur gibt es nicht umsonst, sie kostet nun mal GELD! Einen Appell an die hier anwesenden Stadtpolitiker und Stadtpolitikerinnen, mehr Geld f\u00fcr die Kultur anzusetzen, erspare ich mir, da der Haushalt ja bereits beschlossen scheint.\u201c<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Logline Ihres Kommentars: \u201eMehr Kulturf\u00f6rderung, aber auch mehr Anspruchshaltung\u201c kann ich nur unterstreichen: Wer etwas leistet, darf auch eine Anspruchshaltung haben!<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Angesichts der vielfach unzutreffenden Fakten und Zahlen, ausdr\u00fccklich auch zu unserem Festival, h\u00e4tte ich mir gew\u00fcnscht, dass Sie sich vorab mit mir in Verbindung gesetzt h\u00e4tten, um sich ein objektives Bild von der finanziellen Lage von exground filmfest, und damit auch stellvertretend der freien Kulturszene, zu machen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Und nun noch kurz einige Anmerkungen zu Ihrem Artikel:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Herr Sch\u00e4fer bezieht sich in seiner Studie weitgehend auf die Zahlen aus den Kulturfinanzberichten, die zweij\u00e4hrig von den Statistischen \u00c4mtern des Bundes und der L\u00e4nder herausgegeben werden.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In den Kulturfinanzberichten kommt Film, Fotografie und elektronisches Bild (diesen Bereich vertrete ich im Kulturbeirat) \u00fcberhaupt nicht vor. Und auch der Posten f\u00fcr Heimat- und Kulturpflege l\u00e4sst sich daf\u00fcr in der Studie f\u00fcr Wiesbaden nicht in vollem Umfang heranziehen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Damit hinkt auch Ihr Vergleich der Pressemitteilung des Arbeitskreises Stadtkultur zum st\u00e4dtischen Haushalt 2026 mit der Studie von Sebastian Sch\u00e4fer. Meines Erachtens w\u00e4re es weit sinnvoller, Sie w\u00fcrden sich bei weiteren Berichterstattungen an den Zahlen des Kulturamtes der Landeshauptstadt Wiesbaden orientieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Last but not least will ich bei der Diskussion um die st\u00e4dtischen Kulturausgaben daran erinnern, dass wir einen Kulturentwicklungsplan haben, den die Stadtverordneten selbst beschlossen haben. Er ist auf der Homepage der Landeshauptstadt Wiesbaden abrufbar \u2013 und enth\u00e4lt alle Empfehlungen der Kommission zu den projektierten Erh\u00f6hungen in der freien Kulturszene.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Freundliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n\n\n\n<p>Andrea Wink<\/p>\n\n\n\n<p>Vorstand Wiesbadener Kinofestival e.V.<\/p>\n\n\n\n<p>PS: Der offene Brief geht auch an den Oberb\u00fcrgermeister Gert-Uwe Mende, den Kulturdezernenten Hendrik Schmehl, den Kulturamtsleiter J\u00f6rg-Uwe Funk, den Kulturbeirat und an die demokratischen Fraktionen im Rathaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellungnahme zum Artikel \u201eAusgaben f\u00fcr Kultur im Vergleich\u201c sowie dem dazugeh\u00f6rigen Kommentar vom 17.12.2025 im Wiesbadener Kurier Wiesbaden, 18.12.2025 Sehr geehrte Frau Lamparth, nach der R\u00fcckkehr von meiner privat finanzierten Kunst- und Kulturreise aus Paris war ich doch sehr \u00fcberrascht, exground filmfest und meinen Namen am 17.12.2025 im Wiesbadener Kurier in einem Artikel und Kommentar [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":13480,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[25,28,55,56,54,53,27],"class_list":["post-13479","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-mediadaten","tag-exground-filmfest","tag-filmfestival","tag-kultur","tag-kulturfinanzierung","tag-stellungnahme","tag-stellungnahme-wiesbadener-kurier","tag-wiesbaden"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.1","language":"de","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/exground.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13479","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/exground.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/exground.com\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/exground.com\/wp-json\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/exground.com\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13479"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/exground.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13479\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13482,"href":"https:\/\/exground.com\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13479\/revisions\/13482"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/exground.com\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13480"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/exground.com\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13479"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/exground.com\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13479"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/exground.com\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}