exground youth days

14.–19. November 2020, Wiesbaden, Caligari FilmBühne

Das Projekt „youth days“ bietet seit 2004 jeweils an sechs Tagen im November inter­nationale Filmproduktionen speziell für Jugendliche von 12 bis 18 Jahren im Rahmen von exground filmfest, einem der größten Filmfestivals in Hessen. Im Jahr 2005 wurde das Projekt weiter aufgewertet – mit der Ausschreibung eines mit 2.500 EUR dotierten Preises für den besten internationalen Jugendfilm und eines seit 2011 vergebenen, inzwischen mit 500 EUR dotierten Preises für den besten Kurzfilm im Rahmen der exground youth days. Und im Jahr 2013 konnte erstmals ein mit 1.000 EUR dotierter Publikumspreis für den besten Film im Rahmen des „youth days – Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerbs“ verliehen werden. Das Angebot an Langfilmen wird er­gänzt durch den seit 2006 ausgeschriebenen „youth days – Wiesbadener Jugend­film-Wettbewerb“, der dank der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung seit 2007 mit einem Geldpreis von 500 EUR ausgestattet ist (seit 2019 hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst das Preisgeld übernommen). Zudem stiftet der Mainzer Apple-Fachhändler ergo sum seit 2014 einen Sachpreis im Wert von 150 EUR für den Zweitplatzierten im Wiesbadener Jugendfilm-Wettbewerb.

Die youth days bieten ein Forum, um Jugendliche an das Medium Film heranzu­führen. Sie bieten aktuelle und internationale Produktionen als Erstaufführungen in Wiesbaden und decken damit ein bisher in Hessen nicht berücksichtigtes Angebots­segment ab. Die ausgewählten Produktionen vermitteln einen differenzierten Einblick in andere Kulturen und Subkulturen – über die oftmals stromlinienförmige Einheits­kost im Fernsehen und im Kino weit hinaus. Bei allen Aspekten der Film- und Medi­en­erziehung zielt das Projekt darauf, den Jugendlichen einen neuen, lebendigen Zugang zum Medium Film zu eröffnen. Die Gestaltung eines facettenreichen Pro­gramms mit thematisch passenden Rahmenveranstaltungen sollen die Jugendlichen ins Kino locken. Lokale und persönliche Bezüge erleichtern den Zugang weiter. Mit diesem Ansatz differenziert sich das Projekt deutlich von anderen Angeboten in diesem Bereich.

Damit leisten die exground youth days einen wichtigen Beitrag – gerade in Zeiten, in denen auch in Deutschland engagiert über die Integration von Familien mit Migrati­onshintergrund und von Flüchtlingen aus allen Teilen der Welt diskutiert wird. Ver­sucht das Team der exground youth days, seit 2016 junge Geflüch­tete und Jugend­liche aus sozial benachteiligten Familien in die Wiesbade­ner Jugendjury zu integrie­ren, die jedes Jahr über den Hauptpreis im Inter­nationalen Jugendfilm-Wettbewerb entscheidet. Zudem hatten junge Geflüchtete immer wieder die Gelegenheit, im Rahmen von Workshops selbst mit dem Medium Film zu arbeiten und das Ergebnis im Rahmen der exground youth days auf der großen Leinwand zu präsentieren.

Darüber hinaus haben wir das Angebot der youth days verknüpft mit einer regel­mäßig stattfindenden Reihe in der Wiesbadener Caligari Film­Bühne, um den Jugendlichen das ganze Jahr über Zugang zu international renommierten Jugend­filmen zu eröffnen: der „exground Jugendfilm des Monats“ wurde im September 2005 initiiert und durch eine Anschubfinanzierung der Stadt Wiesbaden, „Geld für Ideen“, ermöglicht. Das dafür zuständige Team ist auch komplett ehrenamtlich tätig, unter­stützt von Mitarbeiter/innen von „Kultur vor Ort“ der Stadt Wiesbaden – seit Septem­ber 2006 auch vom städtischen Kulturamt und zudem in einigen Jahren von einer eigens etablierten Jugendgruppe, die sich mit um die Auswahl der Filme und das Marketing kümmerte. Das Team der youth days ist also innerhalb von einigen Jahren zur maß­geblichen Anlaufstation in Wiesbaden avanciert, wenn es um Jugendfilm geht. Flan­kiert von anderen Institutionen, die das Programm zur Vernetzung nutzen – zum Beispiel das Medienzentrum mit der Veranstaltungsreihe „Kino macht Schule“ sowie „Kultur vor Ort“, um die eigenen Aktivitäten um das Filmsegment zu ergänzen. Somit hat die ursprüngliche Idee, exground filmfest um ein Jugendfilm­programm zu erwei­tern, sich zu einem vernetzten Projekt mit vielen Beteiligten entwickelt und damit den Weg für eine effiziente Zusammenarbeit im Kulturbereich gewiesen – was in Zeiten sinkender Kulturbudgets ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist.